Wissen Sie, wo Ihr Wissen in Ihrem Unternehmen steckt?

Viele Unternehmen nutzen ihr vorhandenes Wissen bis heute nicht systematisch für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Wissensmanagement ist eine strategische Managementaufgabe und sollte auch als solche im Unternehmen implementiert werden. Ein Beispiel aus dem Projektalltag soll die Anwendbarkeit eines solchen Systems verdeutlichen.

Ein einfach formulierter Satz, der ein branchenübergreifendes Kernproblem in vielen Unternehmen darstellt. Immer komplexere Organisationsstrukturen verschleiern die notwendige Transparenz, um Prozesse und Abläufe zu identifizieren. In mittleren bis größeren Strukturen sind die angrenzenden Unternehmenseinheiten maximal mit der ausübenden Funktion bekannt – inhaltlich verschließen sich deren Tätigkeiten und Herausforderungen meist ganz dem Betrachtenden.

Das Wissen jeder dieser einzelnen Bereiche hingegen wächst rasant an und genau dieses Wissen macht im Unternehmenskontext dessen Markterfolg aus. Es liegt also nahe, sich diesem Themengebiet als Entscheider zu widmen, da Unternehmensstrukturen und die entwickelten Produkte und Dienstleistungen tendenziell eher komplexer als einfacher werden. Es ist ein unterschätzter Wettbewerbsvorteil, dieses dezentrale Wissen zu identifizieren, abzuspeichern und durch gezielte Distribution transparent zu machen!

Ein Beispiel hierfür sind Projekte im Unternehmen. Da diese schon laut Ihrer Definition meist einmalig, interdisziplinär und von komplexer Natur sind, eignen sie sich daher bestens als Anwendungsfall für Wissensmanagement:

Ein Produkt wird beispielsweise über vier Jahre hinweg entwickelt. In diesem Zeitraum erlebt die Projektmannschaft Erfolge, aber auch Rückschläge und Niederlagen. Wird das Projekt zum Erfolg geführt, besteht diese Gruppierung in der Regel nicht lange über die Projektlaufzeit hinaus, sondern wird aufgelöst und widmet sich neuen Tätigkeitsfeldern. Das Team zerstreut sich im Unternehmen, bzw. wenn Subunternehmer involviert waren, verlassen sie eventuell das Unternehmen. Das in der vorangegangen Konstellation erworbene Wissen ist bei unzureichender Beachtung während des Projektes verloren. Ein eventuelles Folgeprojekt beginnt wiederum bei Stunde Null.

Bezeichnen wir diese Vorgehensweise als effizient? Nein, und trotzdem vernachlässigen die meisten Unternehmen ihr Wissensmanagement. Es ist bedauerlicherweise nicht Bestandteil des Arbeitsalltags im Projektgeschäft und erfährt daher auch nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient hat.

Dieses vereinfacht dargestellte Problem macht deutlich, dass ein Wissensmanagement im Unternehmen mehr als Sinn macht. Dabei muss dieses System so gestaltet sein, dass Mitarbeiter bereit sind, sich aktiv daran zu beteiligen. Ob freiwillig oder über ein firmeneigenes Anreizsystem sei hierbei freigestellt. Ziel eines Unternehmens sollte es sein, das erfahrene und erlernte Wissen über Prozesse, Vorgehensweisen, Methoden, uvm. im Unternehmen zu verankern, immer auf das jeweilige Tätigkeitsfeld des Unternehmens ausgerichtet. Stellt man über diesen Schritt hinaus das gesammelte Wissen anderen Bereichen zur Verfügung, multipliziert sich der Erfolg.

Die Herausforderung des Wissensmanagements in der Praxis ist, die Abschreckung, die durch den Namen erfolgt, zu überwinden. „Wissen managen“ klingt für all diejenige abstrakt und kompliziert, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema auseinandersetzen. Es wird eher als akademische Spielerei abgetan, als ein wirtschaftlicher Beitrag für das Unternehmen. Hinzu kommt meist noch die Einführung einer neuen Software im Unternehmen. Investitionen ohne direkt messbaren Kosteneinspareffekt. Damit ist dieses Thema bei Entscheidern meist vom Tisch.

Das vorhandene, aber auch das potentielle Wissen zu managen, sollte daher als eine strategische Entscheidung zur Sicherung, aber auch zum Ausbau der Wettbewerbsposition und zur Steigerung der Produktqualität und -innovation gesehen werden. Sich für Wissensmanagement zu entscheiden, bedeutet für ein Unternehmen, dieses Instrument aktiv umzusetzen und zu gestalten. Wer diese Transparenz schaffen will, braucht Disziplin und Nachhaltigkeit, um diese für eine erfolgreiche Unternehmung gewinnbringend einzusetzen.

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